Moin beim SchulCommSy Hamburg

Kreatives Schreiben mit CommSy

Autorin: Wiebke Jepsen (Lehrerin am WHG)

Beschreibung des Nutzungskontexte:

Form des Veranstaltung: Deutschunterricht in einer 9. Klasse am Gymnasium in Schleswig-Holstein.

Beschreibung des organisatorischen Ablaufs:

Die Schüler arbeiteten selbstständig mit CommSy in Einzel- und in Partnerarbeit als ergänzendes Medium während und außerhalb der Unterrichtszeit.

Ziele/-inhalte:

Zu den fachspezifischen Zielen heutigen Deutschunterrichts gehört u.a. die Förderung der Schreibkompetenz, insbesondere auch des kreativen Schreibens, welches- soll es nachhaltig die Schreibkompetenz fördern- auch prozessorientiert ermöglicht werden sollte. Da dies allerdings viel Unterrichtszeit in Anspruch nimmt, bot sich mir CommSy als ein schülergerechtes Medium, das Prozessorientierung zeitökonomischer in den Unterricht integriert. Das Vorhaben lautete: Die Textsorte einer Kriminalgeschichte durch eigenes Schreiben einer solchen zu erfassen und gleichzeitig Ausdruck, Stil und Wirkung von Stilmitteln zu verbessern.

CommSy integriert das Medium des PCs in den Unterricht, was ich nicht nur aus erhofften motivierenden Gründen befürworte, sondern gerade für prozessorientiertes Schreiben als sehr sinnvoll erachte, denn am PC lassen sich Texte beliebig oft und besonders leicht verändern. Da die Texte mit herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen geschrieben und dann als Datei ins CommSy gestellt werden können, kann auch der ein oder andere orthographische Fehler durch Rechtschreibprogramme im Vorfeld aufgedeckt werden, was in gewisser Weise auch zu Schreibkompetenz gehört.

Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmenden:

23 Schüler (17 Jungen, 6 Mädchen).

Dauer der CommSy-Nutzung:

Das kreative Schreibprojekt der "Mordsgeschichten" umfasste zwei Wochen.

Beschreibung der Nutzung des CommSy:

Der eigentlichen Nutzung des CommSy ging folgende Vorarbeit im Unterricht voraus: Aus den anhand für Kriminal- und Detektivgeschichten typischen Elementen wie z.B. Täter, Opfer und Ermittler, der eigentlichen Tat und ihrem Motiv entstanden in Kleingruppenarbeit Plots. In Einzel- oder auch Partnerarbeit wurde dann auf dem PC jeweils eine eigene "Mordsgeschichte" aus dem Plot seiner/deren Gruppe verfasst, so dass sie unter "Materialien" mittels der Aktion "Neuen Eintrag erstellen" ins CommSy gestellt werden konnte.

Nicht bedacht hatte ich im Vorfeld, unter "Materialien" besser eine Kategorie "Mordsgeschichten" anzulegen, in der dann alle Texte gesammelt werden. So mangelt es der Seite leider an Übersichtlichkeit, zumal sich andere Materialien wie "Personenverzeichnis" kaum absetzen, da sie sich zwischen den Mordsgeschichten und einer Mordsgeschichten-Nachzüglerin befinden.

Zur Hinführung auf die Prozessorientierung fand nun ein gegenseitiges Kommentieren der Texte statt. Die Hausaufgabe war, mindestens zwei der Mordsgeschichten zu lesen und anschließend konstruktiv zu kommentieren. Dabei sollte jeder Text mindestens ein Mal kommentiert werden. Dies gelang über die Funktion "Neue Anmerkung erstellen" problemlos und übersichtlich.

Nicht korrigierend eingegriffen habe ich in die Rechtschreibung dieser Einträge, um die Kommentierfreudigkeit nicht auszubremsen und dadurch am Endprodukt weniger bemängeln zu müssen. Ich sah diesen Schritt wie eine Schülerarbeitsphase, in der die Lehrkraft nicht eingreifen sollte und stellte fest, dass wesentlich mehr gelesen und kommentiert wurde als von mir gefordert.

Die gemäß den Kommentaren verbesserten Mordsgeschichten wurden über meine Moderatorinnen- E-Mail-Adresse an mich zur orthographischen Endkorrektur geschickt und anschließend von den Schülern ins CommSy gestellt, so dass nun Erstversion und Endprodukt für jeden einsehbar mehr oder weniger nebeneinander stehen und ich zur Bewertung auch sehen konnte, ob und in welchem Maß der/die Schreiber die Schülerkommentierungen umgesetzt haben. Zum Abschluss wurden in den ursprünglichen Gruppen die Ausgestaltungen ihres Plots vergleichend bewertet.

So fand also eine Art Schreib- bzw. Lesekonferenz, die meist eine ganze Schulstunde beansprucht, außerhalb des Unterrichts statt. Hier war die Auswahl der zu kommentierenden Texte freier als im Unterricht, zeitlich flexibler, da nicht auf Texte gewartet werden muss, es gab nicht das Problem nicht mitgebrachter Texte und schließlich hatte ich den Eindruck, dass die häusliche Kommentierung meist konzentrierter vorgenommen wurde.

Fazit: Erfahrungen und Vorschläge:

CommSy im Unterricht einzusetzen, ist eine auf Lehrer- als auch auf Schülerseite positive Erfahrung gewesen. Die Nutzung erwies sich, abgesehen von der erläuterten selbst produzierten Unübersichtlichkeit, als absolut unproblematisch und in mehrerlei Hinsicht Gewinn bringend. Die Ausrede, "Mein Internet/ unser Drucker funktionierte gestern nicht." habe ich im Grunde, wie mündlich angekündigt, wie andere nicht erledigte Hausaufgaben behandelt, sobald genügend Zeit dazwischen lag, um z.B. andere Schüler um einen Ausdruck zu bitten oder die Schul-PCs zu nutzen. Allerdings trat dieser Fall nur sehr selten ein, da die Schüler insgesamt sehr motiviert waren, mit dem System zu arbeiten.

Als weiteren positiven Aspekt empfand ich, dass die Schüler durch CommSy von der Möglichkeit, mich für Fragen oder Anmerkungen anzumailen, sinnvollen Gebrauch machten, so dass ein schneller Austausch und verbesserte Ergebnisse erreicht wurde.

Erst nach und nach fielen mir, auch durch Gespräche mit Kollegen, weitere Nutzungskontexte für CommSy ein, die meinen Unterricht durchaus erleichtern, verbessern und bzw. oder einfach bereichern könnten. So werde ich diese Gedanken auf jeden Fall reifen lassen, ausprobieren und weiterentwickeln.

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