Moin beim SchulCommSy Hamburg

Einsatz im Sprachunterricht

Maria Stenico(SprachTrainerin für Italienisch an der Universität Hamburg)

Beschreibung des Nutzungskontexte:

Form des Veranstaltung: Anfängerkurs Italienisch A1 der Volkshochschule Hamburg an der Universität Hamburg

Beschreibung des organisatorischen Ablaufs:

ich habe die Nutzung der SprachCommSy-Plattform angeboten, die Idee war das System so anzureichern, dass die StudentInnen den Mehrwert erkennen und es freiwillig benutzen. Zu Beginn des Semesters habe ich eine sehr kurze Einführung gegeben und besonders auf die Vorteile von SprachCommsy hingewiesen.

Ziele/-inhalte:

Informationen und Materialien sollten einfach abrufbar sein, die Studentinnen sollten sich auch außerhalb der Präsenzveranstaltung mit der Sprache innerhalb eines didaktischen Szenarios beschäftigen

Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmenden:

bis zu 25 StudentInnen

Dauer der CommSy-Nutzung:

Über das Wintersemester 2009/2010

Beschreibung der Nutzung des CommSy:

Als Erstes habe ich SprachCommsy als Ablage benutzt und alle benutzte Materialien und Informationen eingestellt. Dies war besonders nützlich, wenn ein Student eine Präsenzveranstaltung z.B. durch Krankheit versäumt hatte.Einige StudentInnen (10 von 22), die keinen Drucker zu Hause hatten, haben das Material in Papierform von mir am Anfang des Semesters bekommen.

Im Laufe des Semesters habe ich SprachCommSy benutzt, um Videos mit Liedern oder Filmausschnitten zur Verfügung zu stellen. Das Ganze hatte vier Ziele:

  1. Hörverständnis anbieten
  2. Verbesserung der Aussprache (auch durch das Mitsingen,bei Liedern habe ich den Text zur Verfügung gestellt.)
  3. Den Spaßfaktor am Lernen erhöhen
  4. Früh in Kontakt mit authentischen Texten kommen.

Im Niveau A1 lernen die StudentInnen über sich selbst und ihre unmittelbar nahe Umwelt zu sprechen, deswegen wurden sie dazu animiert (möglicherweise nach jedem Treffen) an ihrem eigenen Profil zu arbeiten, etwas über sich selbst zu schreiben und das Ganze in SprachCommSy zu stellen (unter Personen und dann unter dem eigenen Namen findet man das Kästchen BESCHREIBUNG). Jede Woche habe ich diese immer länger werdenden Profile korrigiert. Die Korrektur wurde immer durch Klammern hinter dem jeweiligen Fehler sichtbar und die Studentinnen sollten dann ihr Profil entsprechend der Korrektur verbessern. Diese eigene Korrektur hat Lernerfolge gezeigt.Bei Fehlern, die öfter vorkamen und die eigentlich bekannt waren, wurde nur ein Ausrufzeichen in Klammern gestellt. (Nach dem Motto: überleg es noch einmal bitte).Am Anfang jedes Unterrichts hatten die StudentInnen die Möglichkeit nach nicht verstandenen Korrekturen zu fragen.

Die Korrektur war zeitaufwendig. Dafür konnten die StudentInnen eigene Entwicklungsschritte sehen, von Fehlern der MitstudentInnen lernen und sie konnten sich selbst korrigieren.Um ein gutes Beispiel zu geben, habe ich auch mein eigenes Profil geschrieben. Allerdings habe ich immer ein“ Kuckuksei“ (eine falsche Information z.B. ich habe 8 Kinder, ich bin 1983 geboren) darin versteckt und ich habe die Studenten dazu aufgefordert es zu finden.Ziel:

  • Hilfestellung beim Profilschreiben anbieten
  • Sie dazu zu „zwingen“, sich mit SprachCommSy zu beschäftigen.

Als weitere Aktivität, beim 8.Termin, sollten die Studenten, die Profile von drei von mir ausgewählten Big Brother-Teinehmern lesen und entscheiden, mit wem sie eine Woche Urlaub verbringen würden.

Bei dieser Aktivität war ich, am Anfang, ein bisschen unsicher, weil ich fürchtete, dass ein authentischer Text Lernende des Niveaus A1 frustrieren könnte. Deswegen wurden die drei Profile besonders vorsichtig ausgesucht und ich habe die StudentInnen darauf vorbereitet, dass sie nur einen Teil des Textes verstehen würden aber stolz sein sollten, sich schon mit authentischen Texten zu beschäftigen.(Ich hatte sie gebeten, kein Wörterbuch zu benutzen)Wir haben dann die Ergebnisse im Plenum diskutiert (z.B. ich mag Massimo nicht, weil er nur an Sport denkt usw.) und der Erfolg war enorm.

Beim 9. Termin sollten alle StudentInnen, die Profile von den anderen lesen und drei StudentInnen suchen, mit denen sie einziehen würden. Natürlich sollten sie ihre Wahl so ausführlich wie möglich begründen.

Beim 10. Termin sollten sie aufstehen, zu den gewählten Personen gehen und ihnen erklären, warum sie sie ausgesucht hatten.( Ich möchte mit dir wohnen, weil du gut kochst usw.).Diese Aktivität war schön laut und durcheinander aber sehr fröhlich und nur auf Italienisch und hat mehr als 20 Minuten gedauert (5 Minuten waren geplant).Ein positiver Nebeneffekt dieser Aktivität ist, dass am Ende des Kurses die Teilnehmer sich besser kennen und die Gruppendynamik besser funktioniert.Fazit: Erfahrungen und Vorschläge!!

Mehrwert durch das System:

  • Zugriff von allen Orten auf das gesamte Material
  • Deutlich verringerte Anzahl an E-Mails
  • Verstärkte Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit bei den Sprachstudierenden
  • Kein Kopieren der Materialien mehr bzw. deutlich weniger
  • Übersicht, wann Hausaufgaben eingestellt wurden
  • Zeitersparnis, da die Studierenden zuhause Materialien lesen und in der Präsenzlehre aufdieser Vorarbeit aufgebaut werden kann
  • Lernfortschritte der Studierenden werden beobachtbar
  • SprachstudentInnen motivieren sich gegenseitig, da sie sehen können, was die anderen erarbeitet haben
  • die Anzahl der Fehler beim Schreiben wurde im Laufe des Semesters geringer besonders der sich typisch wiederholenden Fehler.

Das Feedback der SprachstudentInnen war ebenfalls gut, man sollte aber die Hausaufgabenmenge berücksichtigen und dies nicht zu hoch ansetztenDie Rückmeldung der Studenten war sehr gut, viele kannten SprachCommSy und würden sich es auch im anderen Fachbereichen wünschen.Weitere Punkte des Fazits sind:

  • Die Sprachstudierenden haben sich mehr als in den vorherigen Semestern mit der Sprache und Schrift auseinandergesetzt. Sie konnten beispielsweise die verschiedenen Zeitenleichter anwenden.
  • Es besteht der Wunsch nach weiterer Schulung, Support und Austausch.
  • Das SprachCommSy wurde sehr gut angenommen. Auch Personen, die sich selbst als nicht besonders computeraffin bezeichnen, hatten keine Probleme und fanden das System„einfach“.
  • Wünschenswert ist, die Benutzungsoberfläche des SprachCommSy in weiteren Unterrichtssprachen vorliegen zu haben. Bisher gibt es die englische und die deutsche Version.Möglicherweise könnten die SprachtrainerInnen bei der Übersetzung in andere Sprachenunterstützen.
  • Die Studierenden wünschen sich weitere SprachCommSy-Nutzung und vermehrte Literaturtipps und Filme über das System.

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